Welcome to The Smile Project – Der erste Tag

Wow, heute war es endlich soweit: The Smile Project – Theatre Experience School Zambia ist endlich gestartet. What a day!

War ursprünglich geplant, in kurzen Sessions mit verschiedenen Gruppen zu starten, um einen ruhigen entspannten Einstieg ins Projekt zu finden, mussten diese Vorhaben kurzerhand über Bord geworfen werden, da wir vom Schulamt veränderte Informationen über die Examensprüfungen der Kinder erhalten haben. (Hier in Sambia ist es so, dass ausschließlich die Note zählt, die man am Ende des Jahres in der Prüfung schreibt und diese Prüfungen sind genau……. jetzt). Wir entschieden uns also dafür, die Woche ruhiger zu gestalten, die Wochenenden intensiver zu nutzen, Workshoptage nach den Prüfungen dafür doppelt so lange zu halten und starteten kurzerhand mit allen 40 Kindern gleichzeitig.

Um 8 Uhr sollte es also am Samstag an der Highlands School losgehen. „8 AM?“, fragte ich skeptisch, als mein sambischer Kollege Jacob mir dies vorschlug. „Yes, thats’s great!“ beruhigte er mich. Zeit zum Sorgen machen, ob auch alle Kinder kamen, sich verstehen werden, einen Zugang zum Projekt finden, sich offen in einen kreativen Prozess stürzen wollen und Spaß haben werden, konnte ich mir also machen, als ich ab 20 nach 7 bis halb 10 fast alleine am Schulgelände wartete. So wie Jonas und ich das deutsche Klischee bedienten, taten es die Kids und mein Kollege auch. Ich nahm es mit Humor und freute mich umso mehr, dass wir um 10 tatsächlich mit 38 Kindern und Jugendlichen starten konnten. Und fragt nicht wie: Wow, was für ein Feuer und eine Energie! Nach zehn Minuten warf ich meine Bedenken euphorisch über Board und war von der Art des Miteinanders und der Unvoreingenommenheit aller überwältigt. Heterogener könnte die Gruppe kaum sein: Das Alter reicht von 7 bis 20 Jahren, einige kommen aus verhältnismäßig akzeptablen und andere aus den ärmsten Stadtteilen, was sich auch in den Klamotten und der Körperpflege sofort wiederspiegelt, manche haben einen besonderen Förderbedarf, einige sind sehr schüchtern und hatten noch keine Berührung mit Theater, wiederum andere haben schon an mehreren Projekten mit Barefeet Theatre teilgenommen und können sich vor Energie kaum halten. Genau deswegen liebe ich solche Gruppenkonstellationen: Hier können menschlich glaube ich alle nur voneinander profitieren und sich jeder mit seinen Besonderheiten einbringen. Wie und ob das wirklich klappt, wird sich natürlich erst im weiteren Prozess zeigen.

Nach einer flotten Runde Warm Ups und Energizer stürzten wir uns direkt ins Thema: In zufällig zusammengewürfelten Kleingruppen entwickelten die Kinder und Jugendlichen erste Choreografien, später erzählten sie in Mini-Theaterszenen ihre Geschichten und Fantasien rund um Familie, Schule und Freundschaft. War ich von der Fähigkeit der Kinder ohne Instruktion verschiedene Kunstformen wie Bewegung, Sprache und Musik von sich aus direkt miteinander zu verbinden total beeindruckt, schluckte ich umso mehr als sich viele – auch die Jüngeren – in ihren Theaterszenen dazu entschieden, Gewalt- und Alkoholerlebnisse aus ihrem familiären Umfeld zu erzählen, anstatt sich für ein Positiverlebnis zu entscheiden. Dass bei einem Theaterprojekt auf der Suche nach Definitionen von Glück die Auseinandersetzung mit Unglück dazugehört, ist klar. In dem Moment war ich dennoch umso dankbarer, dass uns einige Schulen und da SOS Kinderdorf Sozialarbeiter zur Seite stellen, die jederzeit mitmoderieren könnten. Aber warum? Im Gespräch erzählen sie, dass Theater spielen hier fast ausschließlich als Medium der Aufklärung und zu erzieherischen Zwecken genutzt wird. Die Fokussierung auf das Negative und Realistische überwiegt und die Erfahrung mit theatralen Mitteln wie Komik, dem Absurden und Fantasie ist für die meisten fremd.

Der erste Tag ging wie im Flug vorbei. Während manche Teenager sich noch ein Tanzbattle der Extraklasse zu ihren Lieblingssongs lieferten, sich die letzte Banane schnappten oder auf den Weg zum kleinen Transportbus machten, packten wir glücklich und erschlagen zugleich unsere Sachen zusammen und entschieden uns über den sandigen Weg zu Fuß zur Unterkunft zu schlendern. Mit ganz viel Gedankenparty voller tausend neuer Ideen, Zweifeln und Vorfreuden im Kopf, kann ich das nächste Wiedersehen kaum abwarten. In der Zwischenzeit versuche ich die Namen aller auswendig zu lernen. Das sollte mir Dank der Tatsache, dass hier die meisten englische Vornamen haben auf jeden Fall einfacher Fallen, als mir die Lyrics der afrikanischen Lieder und Spiele zu merken :D. What da day!

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