A Team’s Backstage Journey – Pictures and Emotions

Eine ungeschönte Bildreise mit Untertiteln: Bananenpausen als Besprechungschancen für das Team. Letzte Worte nach der Generalprobe an die Kinder. Verzweiflung beim Warten. Vergessen und an zu vielen Ecken gleichzeitig gebraucht werden. Anderer Meinung sein. Gleicher Meinung sein. Und vor allem: Aneinander wachsen.

Völlig fremd sind Menschen aus drei verschiedenen Städten und zwei Ländern bzw. Kontinenten ins kalte Wasser gesprungen und haben mit der vermeidlich einzigen Gemeinsamkeit, die Leidenschaft für das Theater für und mit jungen Menschen als Chance des Empowerments, gemeinsam ein Projekt gestartet. Es stellt sich heraus: Wir haben mehr gemeinsam als wir denken, trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt und nicht alles einfach, was zunächst simpel erscheint. Neben ganz viel Euphorie und purer Freude gehören auch Unsicherheit, Zweifel, Frust, interkulturelle oder einfach nur persönliche Missverständnisse und Chaos zu einem solchen Projekt. Dieser Post zeigt müde und fröhliche Gesichter zugleich, begleitet Ups and Downs, gewinnt aber mit Begegnung. Komm mit auf eine ehrliche Bilderreise mit Untertiteln durch die Backstage-Momente vom The Smile Project Team:


31.7.2017 – Eine halbe Stunde vor Projektstart. Zum Projektbeginn erschien niemand.  1 1/2 Stunden später auch nicht. Eine Woche später waren wir knapp 20 Kinder mehr als geplant.

Gute Kooperation braucht Planung, Aufgabenverteilung und ständiges Feedback: Die Lehrer mit ins Boot holen.
Holy Cross School.

Lodge-Office: Mit Barefeet-Künstlern Susan und Felix den nächsten Workshoptag planen.

Wie so oft: Warten und Zweifeln in irgendwelchen Hinterräumen. „African time“ wird einer der größten Herausforderungen für Jonas und mich. An zeitliche Absprachen wird sich hier nicht gehalten (böse meint das natürlich keiner). Ein neunköpfiges Team zu managen und Termine mit Kooperationspartnern unter einen Hut zu kriegen erfordert starke Nerven. Egal wie sehr man darüber spricht: Das ändert sich hier nicht, man muss lernen einen Umgang damit zu finden.
                                                                                            Power to local artists: Mit den Malern vom Farmers-Market das Banner Design planen.

Lokale Künstler für zukünftige Projekte an das Team und Partnerschulen binden: Maler Peter kam spontan als Künstler ins Team und wurde Gestalter der Parade.
Hä? Check ich nicht. Während den Proben rutschen vor allem die jüngeren Kinder und gelegentlich auch unsere afrikanischen Teamkollegen immer wieder in eine ihrer Sprachen. Genau zu erfassen, was die Kinder erzählen wollen und was gerade zwischen meinem Team abgeht, ist manchmal schwer. Empfinden wir uns meistens als ein großes Ganzes, fühlt man sich im nächsten Moment schnell einsam und fremd.

Freude über das erste Smile-Festival Poster.

Letzte Worte an die Gruppe nach der Generalprobe in einer Abendprobe mit Übernachtungscamp. Morgen ist Premiere auf dem Smile-Festival. It’s all about trust, fun and mind-set.
 
Zu Gast in der Breakfast-Show von Zambezi fm radio.

Theater ist für alle da. Erste Begegnungen mit DEAAF Education and Art for African Families. Lisa übersetzte die Theaterstücke und Reden des Smile Festivals in Zeichensprache für Taubstumme. In Livingstone leben 200 taubstumme Kinder und Familien. 20 davon verbrachten mit uns den Festival-Tag. Barefeet Theatre und DEAAF werden zukünftig enger zusammen rücken.
                                                                                                                                                                   „Krys, you go into town and meet the secretary, I’ll go by bus and will drop the kids home. See you later.“
  
Über Vokabelpannen lachen                                und alternative Smile-Festivalwerbung in den Schulen bestreiten.

Müde: Nach dem Workshop ist vor der Besprechung.

Bananen-Pause für die Kids heißt Update mit dem Workshopteam: „Let’s switch Session 2 and 3. You gonna start the next part after break, okay?“

Das Smile Project Team freut sich in diesem Moment über ein gutes Gespräch mit dem Red Cross.

Every child has its story and needs: Sowohl der persönliche als auch der künstlerische Austausch mit den Künstlern von Barefeet Theatre ist eine große Bereicherung. Durch ihre langjährige Erfahrung in der theaterpädagogischen Arbeit mit Straßenkindern und Wissen über deren besondere Bedürfnisse, fühle ich mich  auch in emotional schwierigen Situationen zwar gefordert aber durch das Team gut aufgestellt.

Gegen Projektende heißt es rennen, rennen, rennen. Eddi, Jonas und Taate sind flexibel, sich für nichts zu fein und löschen spontane Brände beim Außeneinsatz.

Eddi, Felix und Susan. Warten. Man hat uns nicht das erste Mal vergessen.

Dj Massaj macht national artist Ruff Kid fürs Smile-Festival klar.

The hardest part: Abschied nehmen und loslassen.
Die Warmherzigkeit und Teamfähigkeit unserer afrikanischen Kollegen und mittlerweile Freunde ist ehren- und vorbildhaft. Das Experiment, sich über gemeinsames Arbeiten interkulturell zu begegnen, war eine intensive Reise, die uns zusammengeschweißt hat. Was einige Einstellungen und Auffassungen in privaten Lebensbelangen angeht, kommen wir dennoch nicht auf den gleichen Zweig. In gewissen Hinsichten könnten unsere Kulturen unterschiedlicher nicht sein. Etwas Distanz, eine kleine Mauer und Unverständnis werden immer bleiben. Wir haben gelernt, das nicht zu werten und ein  Nebeneinanderbestehenlassen dessen als völlig okay zu empfinden.

 

 

 

 

                                                                                 
Zu Jacob: Mit Jacob teile ich die verrückteste kollegiale Beziehung, die ich mir je vorstellen konnte. Vor über einem Jahr begannen wir, ohne uns zu kennen, ein gemeinsames interkulturelles Theaterprojekt über das Internet zu planen. Auf meine erste Email antwortete er mir stellvertretend für Barefeet Theatre: „I think with me you are on the right nutshell“ und schon ging es los. Nach einem Jahr und 27 Tagen kann ich dankbar, erleichtert und fröhlich bestätigen: Mit ihm und dem Team war ich „on the right nutshell.“ Danke Jacob.
Last dance! When after 1 year and 22 days everything is finally done. Der Schnappschuss entstand beim Smile-Festival. Nach einem Jahr ist aller Druck auf einmal von unseren Schultern gefallen. Überwältigt und müde gaben Jacob und ich uns ein high five und er löste mich auf dem Dancefloor beim Tanzen mit unserer Gruppe ab. In dem Moment gab es für mich nichts Schöneres als J todmüde aber erleichtert durch die Projektteilnehmer gehen zu sehen. Jacob verabschiedete mich 4 Tage später ohne zu wissen, ob wir uns wiedersehen können, mit den Worten:
„Kryssi, we have one culture named cooperation!“

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